
Temporäre Pflegekräfte helfen vielen Gesundheitsbetrieben dabei, kurzfristige Personallücken zu schliessen. Dennoch bestehen weiterhin Vorbehalte gegenüber der Temporärarbeit – etwa zu den Kosten, der Integration ins Stammteam oder der Betreuungsqualität. Dieser Beitrag ordnet die häufigsten Einwände ein und zeigt, worauf es beim erfolgreichen Einsatz temporärer Pflegekräfte ankommt.
Temporäre in der Pflege sind qualifiziertes Personal, das über einen Personaldienstleister zeitlich befristet in Gesundheitsinstitutionen aushelfen kann. Es bestehen jedoch hartnäckige Vorurteile über den Personalverleih in der Pflege. Sie seien zu teuer, zu wenig eingebunden und eine zusätzliche Belastung für die Festangestellten. Die meisten dieser Vorurteile beruhen weniger auf der Temporärarbeit selbst als darauf, wie sie im Betrieb eingesetzt wird.
Das Thema ist aktueller denn je, denn der Fachkräftemangel in der Pflege ist und bleibt strukturell. Gemäss PwC Schweiz werden bis 2030 rund 30'500 Stellen in der Pflege unbesetzt bleiben. Bis 2040 wird die Lücke im Schweizer Gesundheitswesen sogar auf bis zu 39'500 fehlende Fachkräfte anwachsen.
Wie gross diese Lücke schon jetzt ist, zeigt auch das Nationale Pflegemonitoring des Obsan. Im November 2024 waren über 8'600 Stellen für Pflegepersonal ausgeschrieben – mehr als für jeden anderen Beruf. Durch den Personalmangel ist die Temporärarbeit zu einem etablierten Instrument, um kurzfristigen Personalbedarf zu decken, geworden.
Es braucht eine sachliche Veranschaulichung der Dinge: Was an der Kritik ist berechtigt und was nicht?
Bei Temporärarbeit ist nicht Ihr Betrieb die Arbeitgeberin, sondern der Personaldienstleister. Dieser stellt die Pflegekraft an und verleiht sie für einen Einsatz an Ihren Betrieb. So übernimmt er Lohn, Sozialversicherungen, Versicherung und Administration. Sie erhalten die Arbeitsleistung – ohne den Aufwand einer Anstellung.
Wichtig ist jedoch zu erwähnen, dass dies nicht mit einer befristeten Anstellung gleichzusetzen ist.
Typische Jobprofile für Temporärarbeit im Gesundheitswesen sind diplomierte Pflegefachpersonen HF/FH. Dazu gehören auch Fachfrauen und Fachmänner Gesundheit (FaGe). Auch Pflegehelfer:innen SRK zählen dazu.
Eingesetzt wird das temporäre Pflegepersonal überall dort, wo Arbeit anfällt. Oftmals ist das in Spitälern, Alters- und Pflegeheimen, Rehakliniken und bei Spitex-Organisationen. Die Einsatzdauer reicht von einzelnen Schichten über Notfallpool-Einsätze bis zu mehrmonatigen Mandaten.
Nicht zwangsläufig. Spannungen zwischen Festangestellten und temporären Pflegekräften entstehen vor allem dann, wenn Temporäre für die beliebten Dienste eingeplant werden. Die Festangestellten müssen dann übernehmen, was übrig bleibt. Das ist aber eine Frage der Dienstplanung, nicht der Temporärarbeit an sich.
Ein Lösungsansatz, der sich bewährt hat ist, dass Teams ihre Dienste eigenständig planen können. Die Temporären werden dabei gezielt eingesetzt um die verbleibenden Lücken zu füllen.
So entsteht eine Entlastung für die Festangestellten. Gleichzeitig kann Personal eingestellt werden, für welche eine klassische Festanstellung nicht möglich ist. Zum Beispiel:
Eine Coople-Umfrage im Gesundheitswesen (2025) bestätigt das. Betriebe nennen die Entlastung des Stammpersonals als einen der häufigsten Vorteile temporärer Fachkräfte. Wichtig dabei ist, dass die Institution Flexibilität als Teil der Personalstrategie versteht – nicht als Ausnahme im Notfall.
Nein – entscheidend für einen guten Umgang mit Patientinnen und Patienten ist die Integration, nicht der Anstellungstyp. Gerade in der Pflege, wo Beziehungsarbeit und Vertrauen zentral sind, werden häufig wechselnde Gesichter zu Recht kritisch gesehen. Wichtige Punkte bei Temporären in der Pflege sind:
In Cooples Gesundheitswesen-Umfrage von 2025 zeigten sich zudem 88% der temporären Fachkräfte mit ihrer Einarbeitung zufrieden. Ein Hinweis darauf, dass gelungene Integration vor allem eine Frage der Organisation ist, nicht des Anstellungstyps.
Wenn sich Temporäre in Test- oder Schnuppereinsätzen bewähren, können sie immer wieder für passende Schichten kontaktiert werden. Diese Kontinuität baut
Vertrauen auf – und flexible Kräfte werden so besser ins Stammteam integriert.
Die Kosten temporärer Pflegekräfte hängen immer vom Preismodell des Anbieters ab. Der reine Stundensatz erzählt oft nur die halbe Geschichte. Bei transparenten Anbietern zahlt der Betrieb nur die effektiv geleistete Arbeit.
Die Kosten bei Coople errechnen sich aus dem von Ihnen festgelegten Stundenlohn multipliziert mit einem Verleihfaktor. In diesem sind die Lohnnebenkosten, Sozialversicherungen und die Dienstleistung bereits enthalten.
Dem höheren Stundenansatz stehen Einsparungen gegenüber, die in der reinen Kostenbetrachtung oft untergehen:

Hier lohnt sich eine Vollkostenrechnung statt eines reinen Stundenvergleichs. Eine im Auftrag von swissstaffing erstellte Analyse von Swiss Economics beziffert die Vollkosten einer festangestellten Pflegefachperson auf rund 76 Franken pro Stunde. Jene einer temporären auf rund 86 Franken – auf den ersten Blick etwa 13% mehr.
Für den eigentlichen Zweck temporärer Einsätze, das kurzfristige Schliessen von Lücken, ist jedoch die betriebliche Alternative der Massstab. Überzeit des Stammpersonals (rund 88 Franken) oder interne Flexpools (rund 90–92 Franken) sind gemäss derselben Analyse teurer.
Temporärarbeit ist nicht grundsätzlich teuer, sondern variable Kosten, die mit Aufwand und Risiko individuell beurteilt werden müssen.
Um mehr über die Kosten der Personalfluktuation zu erfahren, lesen Sie unseren Beitrag mit einem Rechenbeispiel.
Der Personalverleih im Gesundheitswesen ist kein Ersatz für ein stabiles Kernteam, sondern eine Ergänzung und Entlastung.
Über eine digitale Plattform wie Coople lässt sich ein Einsatz in wenigen Minuten ausschreiben.

Anders als beim klassischen Personalverleih erhalten Sie bei Coople keine unbekannte Person zu einem fixen Preis. Sie bestimmen Konditionen und Auswahl selbst und können bewährte Fachkräfte über Favoriten-Pools für künftige Einsätze erneut anfragen. Für mehr Hintergrund können sie hier einen Vergleich digitaler und traditioneller Personaldienstleister lesen.
Wer ist bei Temporärarbeit der Arbeitgeber und wer haftet?
Der Personaldienstleister. Er stellt die passenden Kandidat:innen an und kümmert sich um Lohn, Sozialversicherungen und Versicherungsschutz. Ihr Betrieb ist ein Einsatzbetrieb, nicht Arbeitgeber.
Wie schnell lässt sich eine offene Schicht besetzen?
Bei digitalen Plattformen kann eine passende, geprüfte Fachkraft je nach Verfügbarkeit innert weniger Stunden vor Ort sein.
Welche Qualifikationen sind geprüft?
Seriöse Anbieter prüfen vorab Diplome (z. B. SRK), Arbeitsbewilligung und Berufserfahrung. Bewertungen aus früheren Einsätzen schaffen zusätzliche Transparenz.
Was kostet temporäres Pflegepersonal?
Die Kosten ergeben sich aus dem von Ihnen festgelegten Stundenlohn mal einem Verleihfaktor. Bezahlt wird nur die effektiv geleistete Arbeit; Lohnadministration und Sozialversicherungen sind inbegriffen.
Wie ist Temporärarbeit in der Schweiz rechtlich geregelt?
Über das Arbeitsvermittlungsgesetz (AVG) und den GAV Personalverleih. Dieser sichert unter anderem branchenübliche Mindestlöhne, Sozialversicherungsschutz ab Beginn des Einsatzes und einen Anspruch auf Weiterbildungsbeiträge.
Temporärarbeit ersetzt kein stabiles Kernteam. Richtig eingesetzt ergänzt sie dieses jedoch wirkungsvoll. Entscheidend sind eine strukturierte Einführung, wiederkehrende Einsätze und ein transparenter Personaldienstleister. So lassen sich Personalengpässe überbrücken, ohne Qualität oder Wirtschaftlichkeit aus den Augen zu verlieren.
Erstellen Sie Ihren kostenfreien Firmenaccount und starten Sie die Suche nach temporären Pflegekräften über Coople.

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